Gastbeitrag von Lena:
Das ist Lenas Bericht zur 2. Geburt. Ihren ersten Geburtsbericht findest du hier.
2. Geburt: Angst und mehr Infos
Nachdem die erste Geburt nicht so einfach war, hatte ich ein wenig Angst vor der zweiten. Ich hatte mittlerweile meine Ärztin gewechselt und habe mich viel informiert.
Ich wollte diesmal im Geburtshaus entbinden. Aber irgendwie hatte ich eine Blockade im Kopf. Was, wenn ich es von den Schmerzen her nicht schaffe. Was, wenn es wieder so schlimm wird.
Letztendlich habe ich mich für das Krankenhaus entschieden, indem ich auch bei Kind 1 war.
2. Geburt: Keine Einleitung
Diesmal wollte ich nicht eingeleitet werden. Wenn ein Kind durchpasst passt, dann passt auch noch ein weiteres durch.
Also der Termin kam, allerdings war das meinem Kind egal. Ich war am Ende, denn es war ja der Jahrhundertsommer.

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2. Geburt: Die ersten Wehen
Am Mittwochabend hatte ich Wehen. Diese kamen alle 15 min. Da man mir sagte, dass man, wenn die Wehen alle 10 min kommen, beim zweiten Kind ins Krankenhaus sollte, da es schnell gehen kann, haben wir nachts ein Taxi gerufen.
Kaum waren wir im Krankenhaus angekommen, waren die Wehen weg.
Also sind wir nach der Untersuchung mit der Straßenbahn wieder nach Hause gefahren.
2. Geburt: Wasser ging ab
Am Vormittag ging Wasser ab. Wir riefen wieder im Kreißsaal an und es wurde uns gesagt: „Kommen Sie ganz entspannt mal vorbei.“
Gesagt, getan! Mittags sind wir dann wieder mit der Bahn (Ja, wir haben kein Auto!) ins Krankenhaus gefahren.
Es war kein Fruchtwasser. Das war schon Mal gut. Also sind wir wieder nach Hause. Um 16:30 Uhr haben wir beim Krankenhaus die Bahn genommen.
2. Geburt: Komische Schmerzen
Unser Großer wurde derweilen von den Nachbarn aus der Kita abgeholt. Ich und mein Freund sind noch zum Supermarkt gegangen, weil ich eine Cola wollte.
Und da war es irgendwie komisch. Ich wollte nur noch nach Hause. Ich hatte Schmerzen, komische, andere Schmerzen.
Wir holten Kind 1 bei den Nachbarn ab. Ich bin direkt wieder rüber und wollte mich ausruhen.
2. Geburt: Angst und mehr Infos
Aber die Schmerzen wurden mehr und mehr. Mein Freund kam mit unserem Kind und guckte mich an. Ich kniete derweil schon auf der Couch. Er sagte: „Gut, wir fahren dann mal im Krankenhaus!“
„Nein, nicht schon wieder! Die halten mich ja für verrückt. Ruf erstmal an!“
Er rief an, denn wenn er was gelernt hat, dann das zu machen, was ich sage, wenn es um die Geburt geht. (Löblicher Mann, sage ich euch!)
Die Hebamme im Krankenhaus wollte mich sprechen. „Ne, die kann gerade nicht“, meinte mein Freund nur noch. „Gut, dann machen sie mal schnell“, hörte ich es am Hörer.
2. Geburt: Wieder ins Krankenhaus
Gott sei Dank hatten wir liebe Nachbarn. Wir gaben das Kind wieder ab und nahmen in der Tiefgarage ihr Auto.
Langsam schaute ich bei jeder Wehe auf die Uhr. Jetzt wusste ich, dass es Wehen waren. Sie kamen alle drei Minuten.
Gut, der Weg dauert bis zum Krankenhaus ungefähr zehn Minuten.
2. Geburt: Bitte nicht im Auto!
Und da war der Moment, den ich nicht haben wollte: die Bahn Schranke war unten!
Mein Kopf sagte nur: „Nein, niemals werde ich das Kind im Auto bekommen!“ Das war dann auch nicht so.
Im Krankenhaus war ich erstmal froh, dass die Wehen nicht wieder verschwanden. Die Hebamme vom Nachmittag guckte mich an und meinte: „Immer schön Atmen! Lange kann es nicht mehr dauern.“ Wie recht sie hatte.
2. Geburt: Ein Placebo
Die erste Untersuchung ergab 6 cm. Ich bekam eine Infusion gegen die Schmerzen und etwas gegen die Übelkeit. Das kannte ich schon von Kind 1. Mir wird immer unglaublich übel.
Das Mittel gegen die Schmerzen war mehr ein Placebo. Es war nämlich nur Paracetamol.
Nun wir kamen wieder in so ein schönes Zimmer, da die Kreißsäle zu waren. Mit war das recht, denn so ist es wie Zuhause.
2. Geburt: Das geht schnell
Die zweite Untersuchung ergab schon 8 cm. Das wird jetzt schnell werden.
Hui, dachte ich, das ist doch viel zu schnell! Und da war sie, die Blockade im Kopf.
Ich zog das sexy Krankenhaus-Hemd an und stellte mich hin. Ich durfte die Position finden, die mir am angenehmsten war.
2. Geburt: zwei Möglichkeiten
„Wir haben zwei Möglichkeiten, Lena, (Das tolle an Hebammen ist, dass sie einen duzen. Ich hasse es, gesiezt zu werden,) wir können warten, oder ich kann die Blase aufmachen und dann würde das Kind weiter runterrutschen.“ Ich entschied mich für das Aufmachen.
Da kam auch schon die sehr freundliche und mir sympathische Ärztin rein. Sie hat einen leichten S-Fehler. Da ich selber lisple, fand ich das sehr herrlich.
Nun ich entscheid mich dann tatsächlich für eine liegende Position, da alles andere irgendwie unangenehm war.
Und da waren die Zweifel, dass ich das nicht schaffen werde. Aber durch gutes Zureden waren die schnell wieder weg.
2. Geburt: Die Presswehen
Dann kamen die Presswehen. Die waren super. Ich hatte kaum mehr Schmerzen. Das hätte ich nicht gedacht.
Ein ganz kleiner Schnitt musste gemacht werden. Die Hebamme hat wirklich viel Arbeit geleistet an meinem Damm.
Der Kopf kam – die erste Erleichterung. Dann steckte das Kind fest. Drei Presswehen hing das Kind mit den Schultern fest.
Nun auch das hatte ein Ende und da war es.
2. Geburt: Er ist da!
Um 20:34 Uhr kam Friedemann zur Welt mit 4820 g auf 55 cm verteilt. Er war kleiner, aber ein wenig speckiger als der große Bruder, aber er sah genauso aus.
Diesmal machte aber die Nachgeburt Probleme. Sie wollte einfach nicht kommen. Kein Mittel hat geholfen. Nicht einmal mal der Geheimtipp, dass man in eine Flasche zum reinpusten soll, half.
Vierzig Minuten später war auch das erledigt. Am Morgen durften wir dann nach Hause.
2. Geburt: So unterschiedlich
Es ist unglaublich, wie unterschiedlich Geburten sein können und wie viel man doch an Schmerzen aushält.
Ich hoffe, dass ich durch meine zwei Geburtsberichte zeigen konnte, dass eine Geburt niemals wie eine andere ist. Lasst euch nicht von schlimmen Geburtsberichten abschrecken.
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